Ein Gebiet, das mehrere Rollen gleichzeitig erfüllen muss
Der Dutzendteich ist Naherholungsgebiet für die ganze Stadt, Veranstaltungsort von überregionaler Bedeutung, Sportstätte und Ziel für Touristen und Besuchergruppen – und gleichzeitig ein Wohngebiet. An den Wohngebäuden und den Grünanlagen erkennt man sofort, dass es sich um einen historischen Stadtteil handelt, der in seinem Umfang nicht weiter wachsen kann. Die Nutzung dagegen wächst: Anzahl und Größe der Veranstaltungen nehmen zu, und die Renovierungen am Dokumentationszentrum und auf dem NS-Gelände führen zu mehr Fremdenverkehr. Alle diese Nutzungen beanspruchen dieselben Straßen, dieselben Wege und dieselben Parkplätze.
Viele Anwohnerinnen und Anwohner identifizieren sich stark mit ihrem Stadtteil und unterstützen dessen Treiben. Gerade deshalb ist es wichtig, ihre Themen ernst zu nehmen und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden – sei es bei unangekündigten Sperrungen oder bei Sportveranstaltungen mit lauter Musik.
Verkehr und Fußgänger konkurrieren um dieselben Meter
Wo Besucherströme, Durchgangsverkehr und Anwohnerparken aufeinandertreffen, entscheidet sich Sicherheit im Detail. Das Schild für Tempo 30 etwa steht so spät, dass die Geschwindigkeit erst hinter der Bushaltestelle und der Fußgängerquerung in der Kurve sinkt; rund 40 Meter weiter vorne, am Anfang der Parkbucht vor Sport-Möller, würde es seinen Zweck erfüllen. Parallel soll die Querung mit einer zusätzlichen Ampel oder einem gekennzeichneten Fußgängerüberweg sicherer werden. Wenn die Ecke während einer Großveranstaltung hochfrequentiert ist, müssen Auto- und Fußgängerverkehr flüssig weitergeleitet werden.
Wie in vielen Stadtteilen Nürnbergs hat auch der Dutzendteich mit einer Menge Falschparker zu kämpfen. Sie werden zwar teilweise geahndet, aber nicht konsequent genug, sodass notwendige Parkplätze für die Anwohnerschaft blockiert bleiben.
Die Sperrung der Herzogstraße im Zuge der Kanalarbeiten hat gezeigt, dass der Autoverkehr auf diese Durchfahrtsmöglichkeit gar nicht angewiesen ist. Eine dauerhafte Sperrung oder ein verändertes Beschilderungs- und Leitungssystem würde den Anwohnern also deutlich helfen.
Lärm begleitet den Stadtteil am längsten
Diese haben nämlich nicht nur mit dem Straßenlärm des Durchgangsverkehrs zu kämpfen, sondern seit Jahren auch mit Motorradlärm und der lokalen Poser-Szene, über die bereits mehrfach in der Presse berichtet wurde. Die Durchfahrtsperrung der Beuthener Straße ist nach jahrelangem Drängen des Bürgerforums zustande gekommen und gilt als Teilerfolg. Die Belastung ist zurückgegangen, aber nicht verschwunden. Gerade an warmen Sommerabenden, wenn nachts gelüftet werden muss, stört jeder Lärm massiv und schadet der Gesundheit.
Besonders gelobt wurde die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern des jährlichen Festivals „Rock im Park", die auf einzelne Belange eingehen, sodass gemeinsam tragfähige Lösungen entstehen.
Große Projekte schreiten voran, kleine Verbesserungen bleiben liegen
Gleichzeitig wird rund um den Dutzendteich viel geplant. Die Stadt hat den Alten Bahnhof angekauft und will ihn zum Info-Zentrum und Einstiegspunkt für ankommende Touristen und Lerngruppen umbauen. Damit das funktioniert, braucht es aus Sicht des Bürgerforums ausreichend Bus-Parkplätze und vor allem einen sicheren Fußgängerübergang zur Zeppelintribüne. Während die Zeppelintribüne komplett eingerüstet ist und nach derzeitigem Stand wie geplant restauriert werden kann, war dahinter das Max-Morlock-Stadion zu sehen. Dessen Zukunft ist noch offen (wir berichteten); das Bürgerforum ist auf die Entscheidung der Stadt gespannt.
Die Haushaltssperre trifft derweil die kleinen Dinge zuerst. Am Uferweg in der Eichenallee, wo die Parklesungen stattfinden, stehen zwei Bänke. Zwei weitere hat das Bürgerforum vorgeschlagen und sogar angeboten, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Vorausgegangen war ein Briefwechsel mit der Stadt. Ein Ergebnis gibt es bislang nicht, obwohl die Finanzierung möglich sein sollte.
Für die FREIEN WÄHLER Nürnberg ist dieser Kontrast der zentrale Befund des Abends: Millionenprojekte werden parallel vorangetrieben, während zwei Sitzgelegenheiten für Lesungen, Führungen, Stadt(ver)führungen und Wandertage seit Jahren nicht zustande kommen.
Die Anliegen fließen in die Arbeit der Stadtratsgruppe ein
Das Bürgerforum Dutzendteich hat in den vergangenen Jahren viel bewegt. Die FREIEN WÄHLER Nürnberg unterstützen seine aktuellen Themen und nehmen sie in die Arbeit der Stadtratsgruppe mit. Besonderen Dank an Manfred Seifert für die interessante Führung mit einer Abschlusslesung und dem Bürgerforum Dutzendteich für den Austausch.