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22.09.2026
Zuhören ohne Wahlkampf: FREIE WÄHLER sammeln Bürgeranliegen in der Innenstadt

Politik kommt meist dann auf die Straße, wenn eine Wahl bevorsteht. Die FREIEN WÄHLER Nürnberg haben es am Donnerstag bewusst anders gehalten: mit einem Infostand mitten in der Stadt, ausgestattet nur mit Stiften und Zetteln.

Das Angebot an die Vorbeikommenden war einfach: Schreiben Sie auf, was Sie stört, was Sie sich wünschen oder was Ihnen Sorgen macht. Ein Gedanke pro Zettel. So kamen am Ende mehrere Dutzend handbeschriebene Zettel zusammen. Sie wurden an einem Fadennetz aufgehängt, sodass das Ergebnis unmittelbar sichtbar war und neugierige Blicke auf sich zog.

Besonders wertvoll waren dabei die vielen unterschiedlichen Begegnungen und Gespräche. Einige Passantinnen und Passanten waren tatsächlich überrascht und fragten, ob sie einen anstehenden Wahltermin verpasst hätten. Doch gerade unabhängig von Wahlterminen zeigt sich, welche Themen die Menschen im Alltag beschäftigen. Für die FREIEN WÄHLER Nürnberg ist deshalb wichtig, ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu haben.

Sauberkeit und Sicherheit am häufigsten genannt

Beim Sortieren der Zettel zeigte sich ein deutliches Bild. Am häufigsten genannt wurde die Sauberkeit der Stadt – Müll, Verschmutzung, Ratten und zu wenig Stadtgrün. Kein anderes Thema wurde von so vielen Menschen unabhängig voneinander aufgeschrieben.

Gleich dahinter folgte das Sicherheitsgefühl, teilweise ganz konkret auf Nürnberg bezogen. So wurde beispielsweise von Frauen beschrieben, dass sie sich abends und nachts teilweise unwohl fühlen.

Ebenfalls stark vertreten waren Verkehr und Baustellen. Genannt wurden unter anderem die ÖPNV-Anbindung, die VAG-Preise und die Koordinierung der zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet. Auch Schulen und Bildung spielten eine wichtige Rolle – vom Sanierungsstau bis hin zum Bildungsniveau insgesamt.

Daneben fanden sich Themen auf den Zetteln, die weit über die Stadtgrenze hinausreichen: Inflation, Mietpreise, Gesundheitskosten, Migration und der Ton in der politischen Auseinandersetzung. Grob die Hälfte der Zettel zielte auf Themen aus den Zuständigkeitsbereichen von Land, Bund oder Europa.

Nicht alles ist kommunal lösbar – auch das gehört gesagt

Für die FREIEN WÄHLER ist gerade diese Mischung aufschlussreich. Im Alltag unterscheiden die Menschen nicht nach politischen Zuständigkeiten – sie erleben ihre Stadt als Ganzes.

Umso wichtiger ist es aus Sicht der FREIEN WÄHLER, ehrlich zu benennen, wo der Stadtrat tatsächlich handeln kann und wo nicht. Sauberkeit, Stadtgrün, Baustellenkoordinierung, Schulsanierung und ÖPNV sind kommunale Handlungsfelder. Bei Themen wie Inflation oder Gesundheitskosten kann Kommunalpolitik Haltung zeigen, aber keine kommunale Lösung versprechen.

„Wir wollen niemandem etwas versprechen, was wir im Stadtrat nicht halten können“, heißt es dazu von den FREIEN WÄHLERN. „Dafür nehmen wir das, was wir beeinflussen können, umso ernster.“

Bürgernähe ist keine Wahlkampfdisziplin

Die FREIEN WÄHLER Nürnberg wollen das Format fortsetzen – an wechselnden Orten im Stadtgebiet und in regelmäßigen Abständen. Die gesammelten Anliegen werden ausgewertet und fließen in die Arbeit der Stadtratsgruppe ein.